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Eigenheim als Altersvorsorge: Lohnt sich der Kauf wirklich?

Autorenbild: Elisa Hippert
Elisa Hippert
12. Okt.
2 Min. Lesezeit

„Mein Haus ist meine Altersvorsorge.“ Diesen Satz höre ich oft, in Beratungsgesprächen, in Kommentaren unter meinen Posts, im Bekanntenkreis. Und ich verstehe, warum er sich gut anfühlt. Ein eigenes Zuhause ist greifbar, es lässt sich anfassen, darin leben, es fühlt sich sicher an. Aber fühlt es sich sicher an, oder ist es sicher? Das sind zwei verschiedene Fragen. Schauen wir uns an, was die Zahlen tatsächlich sagen.

Ein Satz, viele Annahmen

Wer sagt, das Eigenheim sei die Altersvorsorge, meint meistens: Ich zahle keine Miete mehr, wenn ich in Rente gehe. Das stimmt, wenn der Kredit bis dahin abbezahlt ist. Und genau da beginnt die Rechnung, die oft nicht gemacht wird.

Was der Kauf heute wirklich kostet

Nur noch 43,5 Prozent der Menschen in Deutschland leben im Eigentum, ein Rekordtief seit 20 Jahren. Das ist kein Zufall. Die Bauzinsen liegen aktuell bei rund 3,7 bis 4 Prozent für eine zehnjährige Zinsbindung. Dazu kommen Kaufnebenkosten von 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises, für Grunderwerbsteuer, Notar und Makler. Als Faustregel gilt: Die monatliche Kreditrate sollte 30 bis 35 Prozent des Nettoeinkommens nicht übersteigen, sonst wird es eng. Wer mit Anfang 30 kauft und die Rate realistisch kalkuliert, ist oft erst mit Mitte 50 schuldenfrei. Bis dahin ist viel Leben passiert.

Was niemand im Vorfeld bedenkt

Genau das ist der Punkt. Leben passiert. Ein weiteres Kind. Ein Jobwechsel mit Gehaltseinbußen, zum Beispiel durch Teilzeit nach der Elternzeit. Unplanmäßige Reparaturen am Dach oder an der Heizung. Und irgendwann, oft früher als gedacht, werden die eigenen Eltern pflegebedürftig. All das trifft auf eine Finanzierung, die über Jahrzehnte fest kalkuliert war und wenig Puffer für Überraschungen lässt. Die Rate zahlt sich nicht von selbst, sie muss jeden Monat verdient werden, in guten wie in schwierigen Phasen.

Ist das Eigenheim also die falsche Entscheidung?

Nein. Ich will niemandem das Eigenheim madig reden, das liegt mir fern. Es kann eine gute Entscheidung sein, gerade wenn du langfristig an einem Ort bleiben willst und die Rate zu deiner Lebenssituation passt. Aber ein Eigenheim ist in erster Linie ein Konsumgut. Du wohnst darin, du gibst dafür Geld aus, aber es wirft in der Regel keinen Ertrag ab, den du für deine Rente nutzen kannst, außer du verkaufst es oder vermietest es später. Das unterscheidet es von einer vermieteten Kapitalanlage-Immobilie, die tatsächlich Cashflow und steuerliche Vorteile bringen kann. Beides hat seine Berechtigung, beides sollte man nicht verwechseln.

Was du stattdessen mitnehmen solltest

Ein Eigenheim kann ein Baustein deiner Altersvorsorge sein, mietfreies Wohnen im Alter ist ein echter Wert. Aber ein Baustein ist kein Plan. Wenn dein Haus deine einzige Vorsorge ist, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Zahlen: Wie hoch ist deine Rentenlücke tatsächlich, unabhängig vom Immobilienwert? Und welche weiteren Bausteine, zum Beispiel am Kapitalmarkt, würden diese Lücke zuverlässiger schließen?

Genau das schaue ich mir mit meinen Kundinnen gemeinsam an, ohne Angstmacherei, aber mit echten Zahlen. Wenn du wissen möchtest, wie es um deine eigene Altersvorsorge steht, egal ob mit oder ohne Eigenheim, lass uns sprechen. Ein erstes Gespräch ist für dich kostenlos und unverbindlich.

 
 
 

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