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Finanzen als Eltern organisieren: So bekommst du Ordnung in dein Familiengeld

Autorenbild: Elisa Hippert
Elisa Hippert
6. Okt.
5 Min. Lesezeit

Als Elternteil bekommst du deine Finanzen in fünf Schritten in den Griff. Du verschaffst dir einen Überblick über feste und unregelmäßige Kosten, teilst dein Geld auf mehrere Konten auf und lässt Daueraufträge direkt nach dem Gehaltseingang laufen. Dann prüfst du, ob deine Familie richtig abgesichert ist, und kümmerst dich um die Altersvorsorge beider Eltern, vor allem um die des Elternteils, der wegen der Kinder beruflich kürzer tritt. Ist das System einmal eingerichtet, reicht eine halbe Stunde im Monat.

Von Elisa Hippert, Versicherungsmaklerin (§ 34d GewO, IHK) und Finanzcoach für Familien in Heidelberg, Mannheim und dem Rhein-Neckar-Kreis. Mutter von drei Kindern.

Warum gerät das Geld mit Kindern so schnell durcheinander?

Mit dem ersten Kind ändert sich fast alles auf einmal. Das Einkommen sinkt, weil ein Elternteil in Elternzeit geht oder danach in Teilzeit arbeitet. Gleichzeitig kommen neue Ausgaben dazu, und viele davon tauchen nur ab und zu auf: die Kita-Gebühr, die Klassenfahrt, die Winterjacke, die nach einem Jahr schon wieder zu klein ist.

Bei uns zu Hause mit drei Kindern ist das nicht anders. In meinen Beratungen sehe ich oft, dass eine Person die Kinderkosten im Kopf hat und die andere die großen Verträge. Das geht gut, bis einer von beiden ausfällt oder die Beziehung endet. Deshalb lohnt es sich, das Familiengeld so zu organisieren, dass beide jederzeit den Überblick haben.

Schritt 1: Wie verschaffe ich mir einen Überblick?

Nimm dir die Kontoauszüge der letzten drei Monate und markiere alles, was regelmäßig abgeht: Miete, Strom, Versicherungen, Kita, Handyverträge, Streaming-Abos.

Danach kommen die Kosten, die nur ein- oder zweimal im Jahr fällig werden, etwa Kfz-Versicherung, Urlaub, Geburtstage, Weihnachten oder Schulbedarf. Zähl sie zusammen und teil die Summe durch zwölf. Ein Beispiel: Kommen im Jahr 3.600 Euro an solchen Kosten zusammen, legst du jeden Monat 300 Euro dafür zurück.

Am besten setzt ihr euch dafür zu zweit hin. Dann wissen beide, was reinkommt und was rausgeht.

Schritt 2: Welches Kontomodell passt zu Familien?

In vielen Familien funktioniert ein einfaches Töpfe-System mit drei oder vier Konten beziehungsweise Unterkonten:

  • Gemeinschaftskonto für Miete, Lebensmittel, Kita und alles, was die ganze Familie betrifft.

  • Rücklagenkonto für unregelmäßige Kosten und den Notgroschen. Als Richtwert gelten drei bis sechs Monatsausgaben.

  • Ein eigenes Konto für jede:n mit einem festen Betrag, über den niemand Rechenschaft ablegen muss.

  • Depot oder Sparkonto für die Kinder.

Entscheidend ist die Reihenfolge. Richtet die Daueraufträge für Rücklagen und Sparen so ein, dass sie kurz nach dem Gehaltseingang abgehen. Ausgegeben wird, was danach übrig bleibt. Wer erst am Monatsende sparen will, hat meistens nichts mehr übrig.

Schritt 3: Was mache ich mit dem Kindergeld?

2026 beträgt das Kindergeld 259 Euro pro Kind und Monat. In vielen Familien fließt es in die laufenden Kosten, und oft geht es auch gar nicht anders.

Wenn es irgendwie möglich ist, leg trotzdem einen festen Teil für dein Kind an. Wer ab der Geburt 50 Euro im Monat in einen breit gestreuten ETF-Sparplan steckt, zahlt bis zum 18. Geburtstag 10.800 Euro ein. Mit Kursgewinnen kann daraus deutlich mehr werden, garantiert ist das aber nicht.

Ab 2027 kommt Bewegung in das Thema. Das neue Altersvorsorgedepot löst Riester ab. Eltern bekommen dort pro Kind bis zu 300 Euro Kinderzulage im Jahr, wenn sie mindestens 25 Euro im Monat selbst einzahlen. Dazu kommt die Grundzulage auf den eigenen Beitrag. Zusätzlich plant die Bundesregierung die Frühstart-Rente mit 10 Euro im Monat vom Staat für Kinder zwischen 6 und 18 Jahren. Dieses Gesetz ist aber noch nicht endgültig beschlossen.

Mein Rat: Prüft als Familie unbedingt, ob das Altersvorsorgedepot für euch passt. Mit mehreren Kindern kommt bei den staatlichen Zulagen schnell eine Summe zusammen, die man nicht verschenken sollte. Schließt es aber nicht einfach online ab, ohne euch beraten zu lassen. Anbieter, Kosten und Anlagestrategie unterscheiden sich stark, und welche Lösung passt, hängt von eurem Einkommen, der Zahl eurer Kinder und euren anderen Verträgen ab. Was das Altersvorsorgedepot genau ist, erkläre ich in meinem Artikel zum Altersvorsorgedepot.

Ist das Familieneinkommen knapp, prüf den Kinderzuschlag. 2026 sind bis zu 297 Euro pro Kind und Monat möglich. Viele Familien, die Anspruch hätten, stellen nie einen Antrag.

Schritt 4: Wie sichere ich meine Familie richtig ab?

Ein gutes Budget nützt wenig, wenn ein einziger Schaden alles umwirft. Für Eltern sind drei Versicherungen besonders wichtig.

Private Haftpflicht: Sie kostet wenig und schützt vor Forderungen, die schnell sehr hoch werden können. Achte darauf, dass dein Tarif auch Schäden durch deliktunfähige Kinder abdeckt. Kinder unter sieben Jahren haften rechtlich nicht, im Straßenverkehr sogar bis zum zehnten Geburtstag. Ohne diesen Baustein bleibt zum Beispiel die Nachbarin auf ihrem Schaden sitzen.

Risikolebensversicherung: Sie zahlt eine vereinbarte Summe, wenn ein Elternteil stirbt. Besonders wichtig ist sie, wenn ein Immobilienkredit läuft oder die Familie vor allem von einem Einkommen lebt.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie springt ein, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Je jünger und gesünder du beim Abschluss bist, desto günstiger ist der Beitrag.

Mindestens genauso wichtig ist ein Blick auf die Verträge, die du schon hast. Viele Familien zahlen für doppelte oder unpassende Policen. Bei den Familien, die ich bisher beraten habe, lag die Ersparnis im Schnitt bei rund 1.500 Euro im Jahr.

Schritt 5: Warum ist die Altersvorsorge der Mutter so wichtig?

Wer wegen der Kinder in Elternzeit geht und danach in Teilzeit arbeitet, sammelt weniger Rentenansprüche. Meistens betrifft das die Mütter. Die gesetzliche Rente rechnet zwar pro Kind drei Jahre Kindererziehungszeit an. Die oft langen Teilzeitjahre danach gleicht das aber nicht aus.

Plant die Altersvorsorge deshalb gemeinsam. Wenn ein Elternteil beruflich zurücksteckt, kann der andere zum Beispiel jeden Monat einen festen Betrag in ein Depot auf dessen Namen einzahlen. So tragt ihr die Entscheidung für die Familie auch finanziell gemeinsam. Mehr dazu liest du in meinem Artikel über finanzielle Unabhängigkeit für Frauen.

Wie viel Zeit kostet das im Alltag?

Für den Start solltest du zwei bis drei Stunden einplanen, um den Überblick zu bekommen und die Daueraufträge einzurichten. Danach reicht ein fester Termin im Monat, an dem ihr euch eine halbe Stunde zusammensetzt und schaut, ob das Budget noch passt. Einmal im Jahr lohnt sich außerdem ein Vertragscheck, damit Versicherungen und Sparraten zu eurer Familie passen.

Häufige Fragen

Sollten Eltern ein gemeinsames Konto haben?

Für die gemeinsamen Familienkosten ist ein Gemeinschaftskonto praktisch. Daneben sollte jede:r ein eigenes Konto mit eigenem Geld behalten. So bleiben beide unabhängig handlungsfähig.

Wie hoch sollte der Notgroschen einer Familie sein?

Als Richtwert gelten drei bis sechs Monatsausgaben. Mit Haus, Auto oder nur einem Einkommen eher am oberen Ende.

Soll ich das Kindergeld sparen oder ausgeben?

Wenn das Budget es zulässt, beides: einen Teil für laufende Kosten und einen festen Betrag per Sparplan für dein Kind.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für Familien?

Für viele Familien ja, weil es ab 2027 pro Kind bis zu 300 Euro Kinderzulage im Jahr gibt. Ob es für euch passt, hängt aber von Einkommen, Kinderzahl und bestehenden Verträgen ab. Lasst euch deshalb vor dem Abschluss beraten.

Welche Versicherungen brauchen Eltern wirklich?

Am wichtigsten sind eine Privathaftpflicht mit Schutz für deliktunfähige Kinder, eine Risikolebensversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Andere Policen können je nach Situation sinnvoll sein, sind aber kein Muss.

Wo bekomme ich Finanzberatung für Eltern in Heidelberg und Mannheim?

Ich berate Familien in Heidelberg, Mannheim, Leimen und im ganzen Rhein-Neckar-Kreis, vor Ort oder online. Das Erstgespräch ist kostenlos, und einen Termin kannst du direkt online buchen.

Über die Autorin

Elisa Hippert ist Versicherungsmaklerin nach § 34d Abs. 1 GewO (IHK) und Finanzcoach in der Region Heidelberg, Mannheim und Rhein-Neckar. Sie ist verbeamtete Gymnasiallehrerin, Mutter von drei Kindern und berät vor allem Frauen, Eltern und Lehrkräfte zu Altersvorsorge, Absicherung und Vermögensaufbau.

Stand: Oktober 2026. Quellen: Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit (Kindergeld, Kinderzuschlag), Altersvorsorgereformgesetz (Altersvorsorgedepot), Verbraucherzentrale (Frühstart-Rente). Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung.

 
 
 

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