top of page

Kinderkrankentage 2027: 10 statt 15 Tage pro Kind? Was jetzt gilt und dein Plan B

Autorenbild: Elisa Hippert
Elisa Hippert
5. Okt.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Okt.

2026 bekommen Eltern 15 Kinderkrankentage pro Kind, höchstens 35 im Jahr. Diese Regel ist befristet. Wird sie nicht verlängert, gelten ab 1. Januar 2027 wieder nur 10 Tage pro Kind und höchstens 25 pro Elternteil, egal wie viele Kinder ihr habt. Hier erfährst du, was das konkret bedeutet und wie du dich jetzt schon absicherst.


Drei Kinder, ständig krank

Ich habe drei Kinder. Ich kenne den Kita-Winter. Kaum ist das eine gesund, hustet das nächste.

Die Bundesregierung nennt die geplante Kürzung eine Rückkehr zur Normalität. Für viele Familien heißt Normalität aber: Die Tage reichen schon heute kaum. Was ab 2027 droht und was du dagegen tun kannst, liest du hier.

Wie viele Kinderkrankentage gibt es?

Kinderkrankengeld bekommen gesetzlich versicherte Eltern, wenn ihr Kind unter 12 Jahren krank ist und betreut werden muss. Jeder Elternteil hat einen eigenen Anspruch.

Bisherige Regelung (2026)

15 Arbeitstage pro Kind und Elternteil. Höchstens 35 Tage pro Elternteil im Jahr, egal wie viele Kinder. Alleinerziehende bekommen 30 Tage pro Kind, höchstens 70 Tage.

Ab 2027, wenn nicht verlängert wird

10 Arbeitstage pro Kind und Elternteil. Höchstens 25 Tage pro Elternteil, egal wie viele Kinder. Alleinerziehende bekommen 20 Tage pro Kind, höchstens 50 Tage.

Das Kinderkrankengeld beträgt in der Regel 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes, 2026 höchstens 135,63 Euro pro Tag. Wichtig: Die 15 Tage sind nur bis Ende 2026 befristet. Ohne Verlängerung gelten ab 2027 automatisch wieder die alten Werte.

Was das im Alltag heißt

25 Tage klingen erst mal viel. Dann wird dein Kind an den Mandeln operiert. Zwei Wochen Erholung zu Hause: 10 Arbeitstage weg.

Dann kommt der Winter. Eine Magen-Darm-Welle geht durch die Kita, fünf Tage. Fieber, noch einmal fünf. Der nächste Infekt, wieder fünf. Bei 25 Tagen pro Elternteil ist dann im Frühjahr Schluss.

Noch enger wird es, wenn ein Kind chronisch krank ist, etwa mit Asthma, Diabetes oder Epilepsie. Dann kommen über das Jahr verteilt Ausfälle und Arzttermine dazu.

Und sind die Tage aufgebraucht, zahlst du. Mit Urlaub, mit unbezahlten Tagen und am Ende mit weniger Rente. Meistens trifft es die Mutter.

Illustration: Kalender mit gestrichenen Tagen und Fieberthermometer, Kinderkrankentage 2027

Dein Plan B: fünf Tipps

1. Krankenhaus zählt nicht

Muss dein Kind ins Krankenhaus und du wirst medizinisch notwendig mit aufgenommen? Dann bekommst du seit 2024 Kinderkrankengeld für die gesamte Dauer. Diese Tage werden nicht auf deine Kinderkrankentage angerechnet. Lass dir die Mitaufnahme vom Krankenhaus bescheinigen und reiche sie bei deiner Krankenkasse ein.

2. Teilt die Tage fair auf

Beide Eltern haben einen eigenen Anspruch. Nutzt ihn auch beide. Sonst ist bei einer Person im Februar Schluss, während die andere noch alle Tage hat. Knüpft außerdem jetzt euer Notfall-Netz: Großeltern, Nachbarn, andere Kita-Eltern.

3. Schau in deinen Arbeitsvertrag

Nach § 616 BGB muss der Arbeitgeber für eine kurze Zeit weiterzahlen, wenn du unverschuldet und vorübergehend nicht arbeiten kannst. Das gilt oft auch für ein krankes Kind, meist für wenige Tage. Dann bekommst du dein volles Gehalt statt Kinderkrankengeld, und deine Kinderkrankentage bleiben unangetastet. Viele Arbeitsverträge schließen das aber aus. Kurz nachlesen oder in der Personalabteilung fragen lohnt sich.

4. Bau dir einen Puffer

Sind die Tage weg, wird es unbezahlt. Leg etwa eine Woche Nettogehalt auf ein eigenes Tagesgeldkonto. Dann tut der Februar weniger weh.

5. Behalte deine Rente im Blick

Jeder unbezahlte Tag fehlt nicht nur auf dem Konto, sondern auch bei der Rente. Und aus vielen Fehltagen wird oft irgendwann Teilzeit. Schau in deine Renteninformation und rechne nach, was dir fehlt.

Fazit: Ohne neues Gesetz kommt die Kürzung automatisch

Die 15 Tage pro Kind gelten nur befristet für 2026. Beschließen Bundestag und Bundesrat keine Verlängerung, gelten ab dem 1. Januar 2027 automatisch wieder 10 Tage. Die Koalition ist sich darüber noch nicht einig. Wenn dir das Thema wichtig ist, schreib deinem Bundestagsabgeordneten und teil diesen Artikel mit anderen Eltern.

Und sorgt gleichzeitig vor. Mit den Tipps oben kommst du besser durch den nächsten Kita-Winter, egal was 2027 beschlossen wird.

Was das gesamte Sparpaket 2027 für Familien bedeutet, vom Elterngeld bis zur Familienversicherung, liest du hier: Tankrabatt statt Familien? Was das Sparpaket 2027 für dein Geld bedeutet

Wenn du wissen willst, wie gut deine Familie abgesichert ist: Buch dir ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen gemeinsam, wo deine Lücken sind.

Stand: 12. Oktober 2026. Die Angaben gelten für gesetzlich Versicherte. Für Beamtinnen, Beamte und Privatversicherte gelten eigene Regeln. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Wie viele Kinderkrankentage gibt es 2027?

Wenn die Regel für 2026 nicht verlängert wird, gibt es ab 2027 wieder 10 Arbeitstage pro Kind und Elternteil, höchstens 25 Tage im Jahr. Stand Oktober 2026 ist das in der Koalition noch umstritten.

Wie viele Kinderkrankentage habe ich bei drei Kindern?

2026 höchstens 35 Tage pro Elternteil. Ab 2027 wären es ohne Verlängerung höchstens 25 Tage, egal wie viele Kinder du hast.

Wie viele Kinderkrankentage haben Alleinerziehende?

2026 sind es 30 Tage pro Kind und höchstens 70 im Jahr. Ab 2027 wären es ohne Verlängerung 20 Tage pro Kind und höchstens 50.

Bis zu welchem Alter gibt es Kinderkrankentage?

Bis zum 12. Geburtstag deines Kindes. Für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, gibt es keine Altersgrenze.

Wie viel Kinderkrankengeld bekomme ich?

In der Regel 90 Prozent deines ausgefallenen Nettoverdienstes, 2026 höchstens 135,63 Euro pro Tag.

Gilt das auch für Beamtinnen und Privatversicherte?

Nein. Für Beamtinnen und Beamte und für Privatversicherte gelten eigene Regeln, zum Beispiel Sonderurlaub nach dem Recht deines Bundeslandes.

Quellen

 
 
 

Kommentare


bottom of page